Materialkunde

Piercings werden aus vielen unterschiedlichen Materialien hergestellt. Vor allem bei dem Piercing, das unmittelbar nach dem Stechen eingesetzt wird, ist die Wahl des Materials besonders wichtig, weil dann die Gefahr von Infektionen oder allergischen Reaktionen besonders groß ist.


Folgende Materialien sind gängig:


Chirurgenstahl

durfte zwischen 1994 und 2004 in der EU nicht für Erstpiercings verwendet werden. Die EU-Komission begründete das Verbot mit dem verhältnismäßig hohen Nickel-Anteil von über zehn Prozent. Das Allergie-erregende Metall ist aber bei Piercings aus Edelstahl in der Mitte eingeschlossen - eine Abgabe von Nickel findet daher so gut wie nicht statt. Deshalb hatte die EU Edelstahl auch als Material für Erstpiercings wieder zugelassen.

Der Vorteil von Edelstahl ist vor allem die kratzfeste, glänzende Oberfläche, in der sich kaum Bakterien einnisten können. Allerdings ist das Material sehr schwer, was vor allem bei großen Piercing negativ ins Gewicht fällt.


Titan

Im Vergleich zu Stahl ist Titan weicher und anfälliger für Kratzer. Weil die Oberfläche nicht so glänzend glatt ist wie etwa bei Edelstahl, können sich Mikroben einnisten. Achtung: Häufig werden unter der Bezeichnung Titan auch Titanlegierungen verkauft. Besonders gebräuchlich ist die Variante Ti6AL4V ELI. Im Vergleich zu reinem Titan ist diese Variante härter. Allerdings sind auch allergische Reaktionen wahrscheinlicher, weil die Legierung neben Titan auch Aluminium und Vanadium enthält.


Bioflex (PTFE)

PTFE (Polytetrafluorethylen) ist vielen besser als Teflon bekannt. Der größte Vorteil des Materials ist die glatte Oberfläche, an der kein Wundsekret hängen bleibt. Weil PTFE auch keine Allergien auslöst, ist es auch für Erstpiercings gut geeignet. Ein weiterer Vorteil ist, dass es auf Röntgenbildern nicht zu sehen ist.


Silber

Silber ist für Erstpiercings nicht geeignet, da die Wundflüssigkeiten das Metall zum oxidieren bringen können. Zudem enthält Silberschmuck oft auch Nickel - Allergiker sollten daher Silber eher meiden. Selbst wenn der Schmuck mit der Bezeichnung nickelfrei gekennzeichnet ist, kann er geringe Spuren von Nickel enthalten.


Gold

Gold ist im Vergleich zu anderen Metallen sehr weich und damit anfällig für Kratzer, in der Mikroben gedeihen können. Für Erstpiercings ist das Material daher nicht geeignet.
 
 
OrganicOrganic
 
Organic-Piercings werden aus Kokosnuss, Knochen, Palmholz und Teak Holz gearbeitet.
Piercingschmuck aus Organics besitzen eine hohe Absorbtionsfähigkeit und reduzieren somit die Geruchsbildung. Sie werden aus sogenannten Nebenprodukten (Resten) gearbeitet, wobei sie dadurch nicht an Qualit&aum